2017 Intro

Grußwort des 1. Vorsitzenden

„Fly sein“ ist zum Jugendwort des Jahres 2016 gewählt worden, obwohl ich persönlich einige der Mitbewerber um diesen Titel  deutlich griffiger gefunden hätte, wie z.B. „Hopfensmoothie“ für Bier, „Bambusleitung“ für eine schlechte Internetverbindung oder „Vollpfostenantenne“ für den Selfie-Stick.

In einer Internetabstimmung hat „fly sein“ gerade einmal 4,4% der Stimmen bekommen, Spitzenreiter dort war „isso“, übersetzt: „isso“.

Eine Blitzumfrage unter meinem 17jährigen Sohn Willi hat ebenfalls ergeben, dass keiner der befragten Jugendlichen den Ausdruck „fly sein“ kennt oder benutzt.

Die Jury kannte diese Fakten, entschied aber nach ihrem Gutdünken. Der Fachbegriff für dieses Verhalten lautet „postfaktisch“, womit ich beim „Wort des Jahres“ gelandet bin. Der Begriff soll bedeuten, dass nicht mehr Tatsachen zählen, sondern Gefühle und das, was sie auslöst.

Interessant ist auch hier, dass die „Gesellschaft für deutsche Sprache“, die den Ausdruck auf den Thron gehoben hat, sich nicht auf empirische Fakten beruft, sondern einem Gefühl folgt, sich also letztendlich selbst postfaktisch verhält.

Mit der Wahrheit wird gerne gespielt, man sollte sich nur nicht erwischen lassen, insofern ist, taktisch gesehen, postfaktisch unpraktisch, außer am Stammtisch.

Dieses Vorwort hier ist quasi praefaktisch, es steht vor den Aktivitäten der Kampagne 2016/2017 und vor der Sitzung, in der wir hinter und unter Wahrheiten blicken wollen (subfaktisch), Tatsachen durchschauen wollen (trans- oder metafaktisch) und Neues berichten (neofaktisch).

Auf jeden Fall wünsche ich allen eine megafaktastische Sitzung!

Ihr
Rolf Weihrich

 

Grußwort des Sitzungspräsidenten

 

Am Aschermittwoch ist alles vorbei – und dann?

…dann fragt sich so mancher Narr woran es wohl liegt, dass er sich an den närrischen Tagen in seinem Kostüm oder unter der Narrenkappe  so wohl fühlt. Warum es ihm nicht gelingt, die in dieser Zeit gelebten Charaktere während des verbleibenden Jahres in seinen Alltag einfließen zu lassen und was das eigentlich „beglückende“ am Karneval ist?

Auf der Suche nach Antworten auf seine Fragen wird er sich unweigerlich mit sich selbst – seinem Ich – befassen und so mehr über seine innersten Sehnsüchte und Wünsche erfahren. Viele Narren scheinen in ihren Verkleidungen viel ehrlicher und authentischer zu sein, als in ihren „normalen“  gespielten Alltagsrollen im übrigen Jahr.

Gegner der fünften Jahreszeit  bezeichnen das Narrentreiben immer gerne als aufgesetzte Fröhlichkeit.  Wenn aber  unser alltägliches Verhalten wirklich angepasst, diplomatisch, künstlich ist und wir mit den Wölfen heulen, kann uns der Geist der Fastnacht vielleicht helfen, auch außerhalb der närrischen Tage mehr „Ich selbst“  zu sein, mehr von uns selbst preiszugeben und offener mit unseren Mitmenschen umzugehen.

Schaden würde das in der heutigen Zeit sicherlich nicht.

Ihr Sitzungspräsident
Guido Grünhag

…und am Aschermittwoch ist eben nicht alles vorbei! Eijo!